11.11.2011

Kunst und Öffentlichkeit

Man kann drei Formen von Kunst unterscheiden, meint Georg Seeßlen: „Kunst, die für die Sammler interessant ist, Kunst, für die sich – aus Gründen, um die noch gerungen wird – eine politische Kunstpolitik und -förderung zuständig fühlt, und schließlich eine Kunst, für die sich weder der eine noch der andere Sektor interessiert – diese Kunst kann für die soziale Bewegung von besonderer Bedeutung werden, wenn sie nicht dem Irrtum verfällt, ausschließlich diskursiven, argumentierenden, aufklärerischen, ja sogar „propagandistischen“ Zwecken zu dienen.“

Dabei existiert Kunst allerdings nur, „insofern sie – unter bestimmten Bedingungen – ökonomisiert ist. Und das trägt auch den Keim der Privatisierung in sich: Die reichen Sammler unserer Zeit unternehmen drei Strategien gegenüber dem ästhetisch-ökonomischen System Kunst, was vorher nur in Ansätzen möglich war, in einer radikalisierten Form:

a) Sie entziehen das Kunstwerk dem öffentlichen Gebrauch und dem öffentlichen Diskurs nach Belieben.

b) Sie übergeben das privatisierte Kunstwerk dem öffentlichen Blick unter der Maßgabe zurück, dass die Politik (Staat, kommunale Verwaltungen etc.) den architektonischen und logistischen Rahmen dafür bilden. Die großen Sammler „veröffentlichen“ ihre Schätze – im Klartext – dafür, dass die Gesellschaft den ab einer gewissen Sammlungsgröße absurden Preis für die Lagerung und die Organisation bezahlt. So kehrt die privatisierte Kunst als ökonomisierte in die Obhut, nicht aber in den ideellen und materiellen Besitz der Gesellschaft zurück.

c) Wie alle anderen Märkte auch, wo wird auch der Kunstmarkt von den Vertretern der Gewinner-Oligarchien manipuliert. So wie sich die Finanzwirtschaft eine Wissenschaft als Legitimation und als Beschwichtigungsinstrument hält, so hält sich der Kunstmarkt mittlerweile eine vollkommen hörige Kunstwissenschaft. Am Ende obliegt dieser „Szene“ nicht allein der Handel mit Kunst (die Umverteilung der ästhetischen Produktion einer Gesellschaft von unten nach oben), sondern sogar die Definition von Kunst.“

Den ganzen Text "12 Anmerkungen zum Verhältnis von Kunst und sozialer Bewegung" finden Sie hier


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